TWEETHIBIT

In fünf Bildern und kurzen Texten bietet das Projekt „tweethibit“ virtuelle Kurzführungen auf Twitter durch die Ausstellung Bewusste Halluzinationen – kurz genug, um sich in der Mittagspause ein wenig Kunst zu gönnen! Details gibt es dann im Deutschen Filmmuseum zu sehen.

Zu finden auf Twitter unter dem Hashtag #tweethibit oder direkt auf dem Account filmmuseum_ffm; Nachfragen via Twitter (@filmmuseum_ffm) sind sehr erwünscht!

Termine & Themen:
Freitag, 10. Oktober: Ein Film geht um die Welt
Montag, 13. Oktober: Augenblick mal!
Mittwoch, 15. Oktober: Dalí überall
Freitag, 17. Oktober: Politik und Kampf
Dienstag, 21. Oktober: Von der Kunst zum Film und zurück
– immer um 12:45 Uhr

Twitter-Stories:

Surreale Welten
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Welcher Surrealismus-Typ bist Du?

Die historischen Surrealisten waren Querdenker, Freigeister, Individualisten. Neben der gemeinsamen surrealistischen Geisteshaltung hatte jeder von ihnen andere Vorstellungen vom Leben und der Aufgabe der Kunst, was nicht selten für Zündstoff innerhalb der Gruppe sorgte.

Finde mit zehn Fragen heraus, welchem Surrealisten Du ähnelst!

Achtung: Dieser Test ist nicht allzu ernst gemeint. Sondern surrealistisch!

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Exponat des Monats: Das surrealistische Manifest

Original-Manuskript des Surrealistischen Manifests von André Breton, 1924

„Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von  Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität. Nach ihrer Eroberung strebe ich…“ Dieses Ziel formuliert André Breton deutlich in seinem Manifest des Surrealismus von 1924. Positionen, Themen und Techniken, die er und seine Kollegen zur Umsetzung dieser Aufgabe ausprobierten, fasst er hier erstmals in einer radikalen Betrachtung von Literatur und Kunst zusammen.

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Das Manifest selbst ist eine Collage aus Definitionen, Listen, Anleitungen und  Forderungen. Eine zentrale Rolle spielt die Faszination für den Traum und das Unbewusste, das nicht nur kreativ zu nutzen sei, sondern in allen Lebenslagen bestimmend sein müsse. „Wann werden wir schlafende Logiker, schlafende Philosophen haben? … Warum sollte ich vom Traum-Hinweis nicht noch mehr erwarten als von einem täglich wachsenden Bewußtseinsgrad? Kann nicht auch der Traum zur Lösung  grundlegender Lebensfragen dienen?“

Bretons Erstes Manifest ist nicht der einzige Grundlagentext des Surrealismus – die Surrealisten flochten in vielen ihrer Publikationen Theorie-Ansätze ein –, aber die früheste, ausführlichste und meistgelesene. In Paris im Oktober 1924 erschienen, wurde es schnell in mehrere Sprachen übersetzt – sogar bis in den fernen Osten: In der japanischen Zeitschrift Shi to shiron (Poésie et art poétique) wurde das Manifest 1929 veröffentlicht, übersetzt von Shûzô Takiguchi, bekannt war es dort allerdings schon früher.

Klar, dass das Original-Manuskript auch in der Ausstellung
eine Schlüsselposition einnimmt: Es steht dort stellvertretend für die Idee hinter dem surrealistischen Kosmos. Bretons gestochen scharfe, saubere Handschrift lässt An- und Durchstreichungen deutlich erkennen; Ergänzungen und Erweiterungen durch angeklebte Seiten dokumentieren eine Entwicklung als „work in progress“ – ein faszinierendes Dokument auch 90 Jahre nach seiner Entstehung.

 

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TweetUp

„Was wir vom Kino verlangen, ist das Unmögliche“, schrieb der französische Surrealist Robert Desnos, und liefert damit das Motto zum ersten TweetUp im Deutschen Filmmuseum: Aktive Twitterer sind am Dienstag, 9. September, um 19 Uhr zur exklusiven Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus“ eingeladen.

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Kuratorin Stefanie Plappert gibt einen vertiefenden Einblick in die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des surrealistischen Films und liefert Hintergrundinformationen zu den ausgestellten Filmen und Exponaten.
Die Besucher können ihr neu gewonnenes Wissen, Anekdoten und Eindrücke direkt mit der Twitter-Community teilen oder Bilder vom TweetUp twittern, denn ausnahmsweise darf in der Ausstellung fotografiert werden. Die Tweets werden mit dem Hashtag #surrealismus versehen; anhand dieses Schlagworts können auch Twitter-Nutzer, die nicht vor Ort sind, den TweetUp verfolgen.

Eingeladen sind alle neugierigen Surrealisten mit einem eigenen Twitteraccount und entsprechender technischer Ausstattung (Smartphone/Tablet). Um 18:30 Uhr gibt es einen kleinen Umtrunk, der Eintritt zur exklusiven Führung ist für die Twitterer frei; um Anmeldung über Twitter  oder per Mail an presse@deutsches-filminstitut.de wird gebeten.

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BALKONIEN

Kurzfilmwettbewerb „Bewusst halluzinieren“
BALKONIEN von André Kirchner erhält den Preis der Jury

Begründung der Jury:

„BALKONIEN ist ein kleines surrealistisches Meisterwerk in ungewöhnlicher filmischer Sprache: Es verweigert sich radikal naheliegenden technischen Möglichkeiten, indem etwa auf Kamerabewegung verzichtet wird. Die in einem Guckkasten wie in einer surrealistischen Box statisch inszenierten Objekte bewegen sich nicht durch das Zutun des Regisseurs André Kirchner, sondern einzig durch äußere Einflüsse – in einer Laborsituation entstehen Kadaver: Schokolade schmilzt unter Hitzeeinwirkung, Rucola verfällt mit der vergehenden Zeit. Die Dinge entwickeln ein unheimliches Eigenleben. Ihre Metamorphose wird in extremer Nahaufnahme verfolgt, gleichsam mikroskopisch, ganz im Interesse der frühen Surrealisten für die Welt hinter dem mit bloßem Auge Sichtbaren. Zerstörerisch schleicht sich auch die bis zur Schmerzgrenze aggressive kontrapunktische Tonspur ins Ohr. Eklig, anarchisch, fragmentarisch und ungeheuer komisch – BALKONIEN ist lebendiger filmischer Surrealismus.“

 

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Exponat des Monats: »Surrealism« von Julien Levy

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Julien Levy wollte hinaus in die Welt: Sein Kunstgeschichtsstudium in Harvard brach  er 1927 ab, um nach Paris zu reisen. Hier – im Zentrum des Surrealismus – lernte er  Marcel Duchamp und Man Ray kennen. Mit der Gründung einer Galerie in New York brachte Levy den Surrealismus in die USA. Im Januar 1932 eröffnete er die landesweit erste Surrealismus-Ausstellung: „Surrealism. Paintings, Drawings and Photographs“, mit Arbeiten unter anderem von Max Ernst, Salvador Dalí und Frida Kahlo.

surrealism_levy_coverSeine Vorstellungen vom Surrealismus legte Julien Levy 1936 in einem Buch dar: Surrealism ist ein Standardwerk über das Denken und Schaffen der Surrealisten, in dem Definitionen des Surrealismus sowie zahlreiche Akteure und ihre Werke präsentiert werden. Neben Texten zu bildender Kunst, Poesie und Fotografie widmet er dem Kino ein eigenes Kapitel. Unter anderem enthält das Buch eine englische Übersetzung des Drehbuchs zu UN CHIEN ANDALOU – dessen US-amerikanische Uraufführung Levy am 17. November 1932 in seiner Galerie ermöglichte.

Eine ganz ähnliche Reise unternimmt die Ausstellung Bewusste Halluzinationen:  Ausgehend vom Ursprungsort Paris untersucht sie die Ausbreitung des Surrealismus nach Belgien, Spanien, Großbritannien, Polen, in die Tschechoslowakei und die UdSSR, nach Asien , Lateinamerika – und in die USA, auch dank Julien Levy und seinem Buch.

 

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Scénario

Das surrealistische „Scénario “: Drehbücher für Filme im Kopf

„Auf einer holländischen Wiese an der Ecke eines Grabens steht ein großes Osterei.  Rechts, unten im Bilde, ein Schweinestall.“
Jef Last, 1929

Das Medium Film beeinflusste auch Experimente surrealistischer Autoren. Beeindruckt von den bewegten Bildern des frühen Kinos der 1910er- und 1920er-Jahre, von Filmen oder auch Filmhelden, schrieben etwa Robert Desnos, Antonin Artaud, Federico García Lorca oder Jef Last gedichtartige Texte, die in knappen Worten umfangreiche Szenen beschreiben.

Die „Drehbücher“ oder auch „Filmgedichte“ (ciné-poèmes) genannten Arbeiten sind meist in durchnummerierte „Kameraeinstellungen“ aufgeteilt und nutzen filmische Techniken, um geistige  Zustände zu illustrieren.

Mit sprachlichen Mitteln geben sie Einstellungen und Schnitte vor: Details verweisen auf Großaufnahmen, knappe oder ausführlichere Beschreibungen bilden zeitlich geraffte oder gedehnte Sequenzen nach, Aufzählungen und Reihungen ersetzen Überblendungen. In den meisten Fällen ist kein Dialog geplant, es handelt sich um „Stummfilme“.

Nur aus wenigen dieser Werke wurden Filme für die Leinwand. Der rumänische Dichter Benjamin Fondane zum Beispiel schrieb mit seinen Trois Scénarii (1928) absichtlich „unverfilmbare“ literarische Drehbücher: Er wollte, dass sie gelesen werden und dabei im Kopf des Lesers mit dessen Gedanken und Erinnerungen zu Bildern verschmelzen.

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UN CHIEN ANDALOU

„Das Drehbuch wurde in weniger als einer Woche nach einer sehr einfachen Regel geschrieben, für die wir uns in voller Übereinstimmung entschieden hatten: keine Idee, kein Bild zuzulassen, zu dem es eine rationale, psychologische oder kulturelle Erklärung gäbe.“
Luis Buñuel, 1982

UN CHIEN ANDALOU

UN CHIEN ANDALOU wurde von Luis Buñuel und Salvador Dalí in nur einer Woche nach der Methode des „automatischen Schreibens“ entworfen. Ausgangspunkt waren zwei Träume der Autoren. In weiteren zwei Wochen wurde der Film 1929 im Studio in Billancourt bei Paris und in Le Havre gedreht.

Während der Premiere am 6. Juni 1929 im Studio des Ursulines in Paris spielte Buñuel abwechselnd argentinische Tangos und Wagners Tristan und Isolde auf einem  Grammofon. Er hatte sich Steine in die Taschen gesteckt, mit denen er sich im Falle eines Skandals verteidigen wollte. Der Film wurde jedoch begeistert aufgenommen und Buñuel und Dalí – als erste Filmemacher – Mitglieder der surrealistischen Gruppe um Breton.
UN CHIEN ANDALOU  lief mehrere Wochen lang in Paris und wurde noch im selben Jahr weltweit in Filmklubs und Avantgarde-Zirkeln gezeigt, unter anderem beim  Internationalen Kongress des unabhängigen Films in La Sarraz (Schweiz), in Barcelona und in Amsterdam. Die deutsche Erstaufführung fand erst am 15. März 1963 in Berlin statt.

Als Rebellion gegen die „bürgerliche“ Kunsterwartung bricht der Film mit der erzählerischen Logik, die Bilder sind unvermittelt und schockhaft montiert. Er verlangt eine surrealistische Betrachtungshaltung: Sehen ohne Kontrolle der Vernunft.

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Die Collage

„Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten auf einer augenscheinlich dazu ungeeigneten Ebene – und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt.“ (Max Ernst)

 

Stiermetallcollage

Sehr aufwändig: Künstler John Lopez baut lebensgroße Skulpturen aus Altmetall (Quelle: boredpanda.com)
Die Methode, Wörter und Bilder aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang zu lösen und sie möglichst zufällig neu zusammenzustellen, zählt zu den wichtigsten – und umfassendsten – künstlerischen Techniken des Surrealismus. André Breton war sogar der Ansicht, der Beginn des Surrealismus müsse auf 1920 datiert werden, das Jahr der ersten Collagen Max Ernsts.

Formen surrealistischer Neukombinationen von Zeichnungen, Fotografien, Fotogrammen und Textversatzstücken sind zum Beispiel „ciné-poèmes“, also Filmgedichte, Collagen und „Cadavre exquis“ – schriftliche oder gezeichnete Gemeinschaftsproduktionen.

Die surrealistischen Künstler übertragen in diesen Werken die Techniken der filmischen Montage auf das unbewegte Bild und experimentieren mit optischen Effekten. Der tschechische surrealistische Künstler und Theoretiker Karel Teige verstand die Fotomontage sogar als „statischen Film“. Ganz im Sinne eines filmischen Surrealismus werden Bilder und Texte, wird also „Wirklichkeit“ zerlegt, verformt und ihre Elemente zu einer neuen Realität zusammengefügt.

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Blick in die Ausstellung

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